Jahresversammlung 2016 & Symposium

IFA-LANDESGRUPPE LIECHTENSTEIN

Internationales Steuerrecht Liechtensteins im Praxistest
Erfahrungen und Einschätzungen von Praktikern unter Einbringung von konkreten Beispielen

Jahresversammlung IFA Liechtenstein und Symposium
Datum: Donnerstag 16. Juni 2016
Zeit: 9:30 bis 12:30 Uhr, anschl. Apéro und Stehlunch
Ort: SAL , Schaan/FL

Die Mitgliederversammlung der Liechtensteinischen Vereinigung für Steuerrecht (IFA) folgte den Anträgen des Vorstandes und verabschiedete die vorgelegte Jahresrechnung unter Erteilung der Decharge an Verwaltung und Revisoren. Martina Benedetter wurde als IFA-Vorstansmitglied und YIN-Vertreterin einstimmig bestätigt. Es folgten hochkarätige Referate zum Status Quo des internationalen Steuerrechts Liechtensteins. 

IFA-Vizepräsidentin Dr. Irene Salvi (links im Bild) von der Steuerverwaltung Vaduz berichtete über den Stand der BEPS-Implementierung sowie über die Implikationen des EU Code of Conduct. Unser Land fährt eine First Mover Strategie, dennoch widerfahren uns nach wie vor diverse steuerliche Diskriminierungen. Diese wurden in Brüssel namentlich adressiert.

Martina Benedetter (2.v.l.) von ReviTrust Grant Thornton Schaan wurde als IFA-Vorstandsmitglied und YIN-Vertreterin einstimmig wieder gewählt. Sie führte durch die anschliessende Paneldiskussion.

Einen gelungenen Ansatz zum Verhalten Liechtensteins im internationalen Steuerkontext präsentierte Priska Rösli (3.v.l.) von ReviTrust Grant Thornton in Form einer Fussballmannschaft, die auf den Pfeilern Verteidigung, Aufbau und Sturm basiert.

Stefan Oesterhelt (4.v.l.) von Hombrecht Zürich legte in seinem fesselnden Referat dar, dass Substanzerfordernisse bei der Rückforderung der Verrechnungssteuer weniger ausschlaggebend sind. Es ist vielmehr der sog. Principal Purpose Test, der auch in der Schweiz bestanden werden muss. Voraussetzung hierfür ist, dass nicht rein steuerliche Beweggründe für eine entsprechende Steuergestaltung vorliegen.

Wie man ausländische Quellensteuern ohne ein Doppelbesteuerungsabkommen reduziert zeigte Dr. Markus Summer (5.v.l.) von Marxer und Partner Vaduz auf. Er erinnerte dabei schmerzlich daran, dass Liechtenstein als EWR-Mitglied nach wie vor der Zugang sowohl zur Mutter-Tochter-Richtlinie wie auch zur Zinsen-/Lizenzgebühren-Richtlinie verwehrt ist.

IFA-Präsident Dr. Marco Felder (rechts), der durch das Programm führte, machte eingangs denn auch klar, dass Liechtenstein der Zugang zu diesen zwei Richtlinien nun gewährt werden müsse. Unser Land habe ein Recht darauf.

An der abschliessenden Paneldiskussion nahm auch Bernhard Büchel, Leiter der Liechtensteinischen Steuerverwaltung, teil. Unter anderem wurde die Frage erörtert, ob es Sinn macht, in Liechtenstein das IP-Box-Regime wieder abzuschaffen, wo andere Länder dieses doch erfolgreich implementiert hätten oder ein solches noch planen wie beispielsweise die Schweiz. Insbesondere Marco Felder appellierte an die strategische Wirkung eines solchen Regimes und die zunehmende Bedeutung von immateriellen Gütern in der Zukunft. Das nächste IFA-Symposium zu aktuellen Steuerthemen findet im Oktober statt.

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